EU opinion & policy debates - across languages | BlogActiv.eu

In den vergangenen Tagen haben wir immer wieder lesen können, dass die deutsche Wirtschaft boomt. Während in anderen Ländern aufgrund von Sparpaketen und einer niedrigen Exportquote die Wachstumsraten niedrig ausfallen, ist Deutschland im 2. Quartal 2010 um über 2% gewachsen. Für das Gesamtjahr wird ein Wachstum von etwa 3% in Aussicht gestellt.

 

Aber wie stabil ist der deutsche Aufschwung? Sicher haben das deutsche Konjunkturprogramm, das Kurzarbeitergeld und die allgemein besseren Aussichten auch die Verbraucher beruhigt und für eine stabilere Binnennachfrage gesorgt. Der Hauptanteil des Aufschwungs geht aber wieder auf den Export zurück. Deutsche Unternehmen exportieren nach Asien und Nordamerika ebenso wie in die westlichen Nachbarländer. Dies ist jedoch zugleich die größte Gefahr für den Deutschen Aufschwung XL wie ihn die Politiker gerne für sich reklamieren.  

 

Während in Deutschland die Wirtschaft noch boomt, müssen Griechenland und Spanien mit deutlich niedrigeren Wachstumsraten rechnen. Gleiches wird sicherlich auch bald für Großbritannien und Italien gelten, wenn auch dort die Konjunkturprogramme ausgelaufen sind. Auch Osteuropa berichtet bereits wieder von niedrigeren Wachstumsraten und in den USA ist trotz rekordniedriger Zinsen und einem enormen Staatsdefizit noch kein nachhaltiger Aufschwung in Sicht.

 

Aufgrund der insgesamt schwierigen Großwetterlage weltweit, kann auch der deutsche Aufschwung schneller ins Stocken geraten als viele denken! Bleibt zu hoffen, dass zumindest die EZB die Zinsen niedrig hält, damit nicht auch noch von der geldpolitischen Seite Gegenwind droht.

Author :
Print
EurActiv Network