EU opinion & policy debates - across languages | BlogActiv.eu

Für heute wurde von der Zentralen Wahlkommission der Ukraine die Fernsehdebatte zwischen den beiden Kandidaten Julia Tymoschenko und Wiktor Janukowytsch auf dem Ersten Nationalen Fernsehsender angesetzt und wie es bereits erwartet wurde erschien Wiktor Janukowytsch nicht. Er hatte zu dieser Zeit anderes zu tun, doch dazu später mehr.

Julia Tymoschenko erschien trotzdem zu dem “Fernsehduell”, wodurch die ganze Veranstaltung vor allem am Anfang einen surrealen Touch bekam, da die Kamera öfters auf den leeren Platz von Janukowytsch schwenkte und dort verharrte, während Tymoschenkos Stimme zu hören war.

Aufgrund des Fehlens von Janukowytsch bekam Julia Tymoschenko die gesamte Sendezeit zugewiesen, die aus 100 Minuten bestand und diese nutzte sie voll aus. Den Anfang widmete sie vor allem dem nicht anwesenden Janukowytsch, seinem Wahlprogramm, seiner Regierungszeit als Premierminister und innerparteilichen Querelen bei der Partei der Regionen. So warnte sie vor einer Übernahme der Ukraine durch die Donezker, wobei jeder Region ein “Beobachter/Smotrjaschtschij” – sie verwendete das russische Wort – zugeteilt werden soll, der die Geschäfte im Sinne des “Donezker Clans” überwacht. Dabei berief sie sich auf die Worte des Abtrünnigen der Partei der Regionen von der Krim, Wassilij Kiwalow, der lange Zeit die Krimorganisation der Regionalen geleitet hatte. Dieser wurde angeblich bei seiner Weigerung nicht mitmachen zu wollen, davor gewarnt “bald auf dem Asphalt zu rollen/fahren”.

Weiterhin lastete sie den 2007er Jagdunfall von Jewgenij Kuschnarjow, der ehemaligen Nummer 2 der Partei der Regionen, ebenfalls Janukowytsch an. Kurz: sie versuchte die 2004er Stimmung “gegen die Verbrecher” wieder zu.

Dabei hielt sie sich aber nicht auf. Als weiteres Beispiel für die Gefahr durch Janukowytsch, nannte sie die Vanco-Sache, den Verkauf von Erdgaslagerstätten am Schwarzen Meer an eine Firma namens Vanco, als deren Endprofiteur sich Rinat Achmetow herausstellte, der Hauptfinanzier der Partei der Regionen.

Weiter versprach sie verbesserte Kreditbedingungen für den Wohnungskauf, für das kleine Business, wiederholte ihr Versprechen den Dollarkurs zurückzuholen, wobei sie diesmal auf konkrete Zahlen verzichtete. Darüber hinaus versprach sie einen kostenlosen Zugang zu medizinischen Leistungen.

Derweil tritt Wiktor Janukowytsch im Sender ICTV (gehört dem Schwiegersohn des ehemaligen Präsidenten Leonid Kutschma, Wiktor Pintschuk) auf, wo er sich Fragen von Journalisten in der Sendung “Kraschtschyj Kandidat/Der beste Kandidat) stellt.

Author :
Print
EurActiv Network