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Griechenland Hilfskredite

Tsipras will einen Teil der Hilfskredite nicht zurückzahlen. Die anderen Euro-Länder, also auch Deutschland, sollen also auf viele Milliarden Euro verzichten, die sie Griechenland geliehen haben. Und schlimmer noch: Gleich im März oder April sollen sie die nächste Milliardentranche Hilfskredite an Griechenland überweisen; sonst wäre das Land nämlich pleite. Mit dieser Strategie aber wird Tsipras nicht durchkommen. Er wird keine neuen Kredite bekommen, wenn er die alten nicht zurückzahlen will. Mit dieser Strategie droht tatsächlich die Staatspleite in Griechenland schon im Frühjahr…

Für die anderen Euro-Länder wäre ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone sicherlich verkraftbar; für Griechenland aber wäre es der endgültige Absturz. Doch so weit wird es nicht kommen, denn letztlich wird auch Alexis Tsipras Kompromisse machen müssen… Syriza wird auf Koalitionspartner angewiesen sein. Bei möglichen Koalitionspartnern wird es immer unübersichtlicher: Im gemäßigt linken Lager ist am Wochenende nun noch eine neue Partei hinzugekommen, die der frühere Regierungschef Papandreou gegründet hat. Diese Parteigründung ist ein gefährliches Experiment, denn sie zersplittert die Parteienlandschaft noch weiter.

Aber der konservative Ministerpräsident Samaras reibt sich jetzt die Hände. Er hofft, dass Papandreous neue Partei auch von der Linkspartei Syriza Wähler abzieht, mit dem Ergebnis, dass die konservative Nia Demokratia letztlich doch die Wahlen gewinnt. Für Griechenland wäre das sicherlich nicht die schlechteste Lösung. Ministerpräsident Samaras hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren vieles erreicht. Wenn er weiterregiert, hat Griechenland die Chance, schnell aus der Krise herauszufinden.

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