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Exportweltmeister China! Neue Gewichtung im IWF! Dollar und EURO angeschlagen! – Wie weit ist das Ende der Industriestaaten? Welche Rolle wird die westliche Welt in diesem Jahrhundert noch spielen?

Am Wochenende haben die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) in Südkorea einen Durchbruch in der Debatte um eine neue Struktur des IWF erzielt. Konkret bedeutet dies, dass China Deutschland auf Platz der Drei der wichtigsten IWF Mitglieder ablöst. Insgesamt erhalten die Schwellenländer deutlich mehr Gewicht. Zwar behält Europa eine wichtige Position im Fonds – die Tendenz ist jedoch eindeutig. Die aufstrebenden Länder machen Europa und den USA nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht Konkurrenz. Sie fordern zunehmend auch politischen Einfluss in der Welt.

Seit längerem ist ebenfalls die Rolle von Dollar und EURO auf der Agenda der internationalen Spitzenpolitiker. Nicht nur der aktuelle Wettlauf der Währungsabwertung bringt dieses Thema ins Zentrum der internationalen Politik. In der Finanzkrise der letzten Jahre hat der Dollar seine Vormachtstellung verloren. Die US-Notenbank pumpt Milliarden in die US-Wirtschaft, um diese vor dem Kollaps zu retten. und der lahmenden Konjunktur auf unter die Arme zu greifen. Auch die FED wird wohl bald erneut Staatsanleihen kaufen. Deutschland äußert zwar Kritik an dieser expansiven Geldpolitik, kann sich jedoch im internationalen Geflecht der Interessen kein Gehör verschaffen. Eines scheint jedoch sicher. Ein Weichwährungsland ist nicht als Weltwährung prädestiniert. Eine Leitwährung zeichnet sich eben nicht nur durch Verfügbarkeit sondern auch durch Sicherheit aus.

Aufgrund der aktuellen Euro Krise, die noch immer nicht überwunden ist, wird auch der Euro in den nächsten Jahren nicht die Rolle des Dollar übernehmen können. Es wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die chinesische Währung – der YUAN – diese Rolle übernimmt. Zwar ist das chinesische Bankensystem derzeit noch nicht so weit, um diese Rolle zu übernehmen. Gleichwohl ist der Weg nicht mehr weit, insbesondere wenn China erstmal die Vorteile erkennt, die sich daraus ergeben, wenn der YUAN Weltleitwährung werden würde. Bereits jetzt schlagen führende chinesische Politiker vor, die Sonderziehungsrechte des IWF als Verrechnungseinheit zu nutzen und wagen damit die ersten Vorstöße, um auch bei der Währung das Ruder mehr und mehr an sich zu reisen.

Die Tendenzen sind meines Erachtens nicht zu übersehen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung wird sich das wirtschaftliche Schwergewicht immer weiter in Richtung Asien verschieben und Europa und die USA werden an Einfluss verlieren. Bald werden die aufstrebenden Länder, allen voran China, nicht nur internationale Organisationen sondern auch das Thema Währung und Leitwährung dominieren.

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